Begonnen hat alles mit dem Zuckerrohr in Ostindien. Dort wurde nach einem Verfahren Zuckersaft aus dem Rohr gewonnen.
Als das Zuckerrohr in Nordafrika, auf Zypern und Sizilien Verbreitung fand, waren es die Perser, die die Raffination von Zucker weiterentwickelten.
Christoph Kolumbus war es schließlich, der 1493 das Zuckerrohr von den Kanarischen Inseln nach Hispaniola (die heutige Insel Santo Domingo – Westindische Antillen) brachte.
Bis heute ist dort unter der Führung Kubas, das Herz der Weltzuckererzeugung.
In unseren Breitengraden setzte sich aber nicht das Zuckerrohr durch, sondern die Zuckerrübe. Bei seinen Untersuchungen über Pflanzensäfte, entdeckte der Berliner Naturwissenschafter Andreas Sigismund Marggraf zunächst mit der Runkelrübe eher zufällig eine "Zuckerpflanze" – das war 1747.
Erst die technische Nutzung durch Marggrafs Schüler Franz Carl Achard brachte uns 1798 den praktischen Nutzen aus dieser Entdeckung.
Der erste von staatlicher Seite geförderte Versuch, aus Rüben Zucker zu gewinnen, fand im Jahr 1810 unter dem österreichischen Doktor der Arzneikunde und Chemieprofessor Johann Jassnüger an der k.u.k. Theresianischen Ritterakademie statt. Johann Christian Waykarth verfeinerte in der Folge das schwierige Produktionsverfahren weiter. 1830 gab es in der k.u.k. Monarchie bereits insgesamt 19 Zuckerfabriken mit einer Gesamtproduktion von 251.000 Zentnern.
1843 kam der erste „Wiener Würfelzucker“ auf den Markt – eine Erfindung des Zuckerfabrik-Direktors Jakob Christoph Rad auf Anregung seiner Frau. Es war der Beginn einer wichtigen Epoche von Modernisierung und Rationalisierung.
1863 waren es schließlich 136 Fabriken, die erstmals den gesamten Inlandsbedarf abdeckten. Nur knapp zehn Jahre später verdoppelten rund 200 Fabriken den Zuckerausstoß. Am Beginn des 20. Jahrhunderts war es dank besserer Produktionstechniken schließlich gar die zehnfache Menge.
Als ab Mitte der achtziger Jahre Konsumenten begannen, zunehmend weniger Zucker zu konsumieren, war es die AGRANA, die erkannte, wie Zucker wieder zu einem sympathischen Lebensmittel gemacht werden kann.
Man besann sich auf die Anmutungsqualität von unterschiedlichen Produkten und Verpackungen und entwickelte eine Vielzahl von Zuckersorten – abgestimmt auf unterschiedlichste Einsatzmöglichkeiten (z.B. Backen, Einkochen, etc.) und unterschiedliche Verwender (süße Genießer, Ernährungsbewusste, Mehlspeisentiger usw.).
Zucker ist ein Teil unseres österreichischen Lebensgefühls. Unter dem unverwechselbaren Markennamen "Wiener Zucker" ist heute österreichische Mehlspeisenkultur erfolgreich am europäischen Markt repräsentiert.
www.wiener-zucker.at
