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WICHTIGSTES IM ZEITRAFFER

  • Alexander der Große war der erste, der über den in Indien gebräuchlichen süßen Saft aus dem Zuckerrohr berichtete.
  • 6000 v. Chr. gelangte das Zuckerrohr von Ost-Asien nach Indien und Persien. Als das Zuckerrohr in Nordafrika, auf Zypern und Sizilien Verbreitung fand, waren es die Perser, die ein Verfahren zur Raffination des Zuckersirups entwickelten.
  • 1493 lässt Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Entdeckungsfahrt das Zuckerrohr auf Hispaniola anpflanzen. Die Spanier brachten das Zuckerrohr von den Kanarischen Inseln nach Hispaniola (Große Antillen-Insel, Dominikanische Republik und Haiti), errichteten dort die ersten Zuckermühlen und verschifften das süße Gut nach Europa.
  • Der erste von staatlicher Seite geförderte Versuch, aus Rüben Zucker zu gewinnen, fand im Jahr 1810 statt. 1843 kam der erste "Wiener Würfelzucker" auf den Markt. Eine Erfindung des Zuckerfabrikdirektors Jakob Christoph Rad auf Anregung seiner Frau.
  • Ab etwa 1950 wurde Zucker industriell hergestellt, wobei die Produktionstechnik laufend verbessert wurde.
  • 1988 wurde die AGRANA Beteiligungs-AG gegründet. Seit diesem Zeitpunkt werden qualitativ hochwertige Zuckersorten entwickelt und auf die unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten abgestimmt.
  • Aus der Marke „Natürlich Zucker“ wird 1994 „Wiener Zucker" - eine Marke, die bis heute Teil der österreichischen Mehlspeiskultur ist.

WIE ALLES BEGANN...

In unseren Breitengraden setzte sich nach vielen Versuchen und Überzeugungsarbeit bei Hof die Zuckerrübe durch.

Bei seinen Untersuchungen verschiedener Pflanzensäfte entdeckte der Berliner Naturwissenschafter Andreas Sigismund Marggraf (1709-1782) eher zufällig die Runkelrübe als „Zuckerpflanze“ – das war 1747.

Erst Marggrafs Schüler Franz Carl Achard (1753-1821) entwickelte in langjährigen Züchtungs- und Produktionsversuchen die Stamm-Mutter aller Zuckerrüben, die „Weiße Schlesische Rübe“. Mit seinen „gewinnbringenden“ Argumenten konnte er König Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) überzeugen, sodass 1799 mit dem Zuckerrübenanbau begonnen wurde. Schon nach der ersten produzierten Zuckermenge von 800 kg bedankte sich der König mit einer Prämie, die Achard in die Errichtung der Zuckerfabrik im schlesischen Cunern investierte. Diese gilt als erste Rübenzuckerfabrik der Welt. Auch auf dem heutigen österreichischen Staatsgebiet waren die Aktivitäten von Franz Carl Achard bekannt. Die erste Rübenzuckerfabrik eröffnete Johann Ries, der bei Achard gelernt hatte, 1803 in St. Pölten. Drei Jahre später musste diese aber auf Grund der napoleonischen Kriegshandlungen ihre Produktion einstellen.

Nach den verlorenen Schlachten 1809 verlor Österreich mit dem Friedensabkommen von Schönbrunn auch das gesamte adriatische Küstengebiet und damit Fiume und Triest, wo die Rohrzuckerfabriken angesiedelt waren. Die daraus entstandene Zuckerknappheit ließ einerseits die unter Maria Theresia erprobte Ahornsirupproduktion wieder aufleben, andererseits wurde unter dem österreichischen Mediziner und Chemieprofessor Johann Jassnüger an der k.u.k. Theresianischen Ritterakademie ein von staatlicher Seite geförderter Versuch durchgeführt, aus Rüben Zucker zu gewinnen, der jedoch nicht erfolgreich war. Erfolgreicher war der pensionierte Direktor der montanistischen Hofkammer, Johann Christian Waykarth, der 1810 in Inzersdorf am Wienerberg  mit Konventionsgeld eine Rübenzuckerfabrik gründete und die Achardsche Methode perfektionierte. Zu dieser Zeit entstanden in der k. u. k. Monarchie laufend kleine und größere Zuckerfabriken, von denen viele – oft auch wegen der schlechten Zuckerqualität - bald wieder geschlossen wurden. Auf Grund der von Napoleon verfügten Kontinentalsperre und der geringen Zuckerrüben-Anbauflächen griff man daher wieder zum Rohrzucker zurück, da dieser preislich nur unwesentlich teurer als Rübenzucker war.

1843 konstruierte der Direktor der Zuckerfabrik im mährischen Datschitz, Jakob Christoph Rad, auf Anregung seiner Frau Juliane eine einfache Maschine, mit der Kristallzucker zu Würfeln gepresst werden konnte. Das dafür erhaltene Privilegium für die Herstellung von Würfelzucker trat er an seinen Arbeitgeber Franz von Grebner ab, der 1845 in Wien den in der Folge europaweit bekannt gewordenen „Wiener Theezucker“ auf den Markt brachte.

Erst ab 1849 blühte der Rübenzuckeranbau wieder auf. Als Franz I. 1851 die Zuckerproduzenten von der Erwerbssteuer befreite, konnten sich auch die Bürger wieder Rübenzucker leisten. Die Errichtung der Zuckerfabrik Leopoldsdorf erfolgte in den Jahren 1901|02 als Rohzuckerfabrik. Im Jahre 1925 wurde die Fabrik zu einer Weißzuckerfabrik umgebaut. Die Gründung der Zuckerfabrik Tulln erfolgte im Jahre 1937.

1945 - HEUTE

Nach dem 2. Weltkrieg dauerte es Jahre, bis wieder alle Zuckerfabriken errichtet werden konnten. Mit Einstellung der Lebensmittelrationierung im Jahr 1953 wurde im neuen Verbund eines Zuckerkartells ein Evidenzbüro geschaffen, das die flächendeckende Belieferung Österreichs überwachte. Ab 1975 fusionierten die niederösterreichischen Zuckerfabriken, woraus schließlich 1988 die AGRANA Beteiligungsgesellschaft entstand.

Als die Konsumenten ab Mitte der 1980-er Jahre auf Grund eines neuen Gesundheitsbewusstsein zunehmend weniger Zucker konsumierten, war es die AGRANA, die erkannte, wie Zucker wieder zu einem sympathischen Lebensmittel gemacht werden kann.

Man besann sich auf die Anmutungsqualität von unterschiedlichen Produkten und Verpackungen und entwickelte eine Vielzahl von Zuckersorten – abgestimmt auf unterschiedlichste Einsatzmöglichkeiten (z.B. Backen, Einkochen, etc.) und unterschiedliche Verwender (süße Genießer, Ernährungsbewusste, Mehlspeistiger usw.).

Wiener Zucker in seiner weltweit einzigartigen Vielfalt ist ein Teil unseres österreichischen Lebensgefühls, um das uns so manche Zuckergoscherln aus anderen Ländern beneiden.